Kurz gesagt. Nicht in dem Sinne, den Menschen meinen. Der Quran verbietet Zwangsbekehrung, eroberte Völker behielten meist ihre eigene Religion, und die größten muslimischen Bevölkerungen der Welt wurden nie überhaupt durch arabische Armeen bekehrt.
Woher die Vorstellung kommt
Innerhalb eines Jahrhunderts nach dem Tod des Propheten erstreckte sich muslimische Herrschaft von Spanien bis Zentralasien. Diese erstaunliche politische Expansion wird mit religiöser Konversion verwechselt — als hätte jeder neue Untertan zwischen Islam oder dem Schwert wählen müssen. Die Geschichte ist eine ganz andere.
Der Quran verbietet, Glauben zu erzwingen
Ein grundlegender Vers schließt erzwungenen Glauben von vornherein aus:
"Es gibt keinen Zwang im Glauben. (Der Weg der) Besonnenheit ist nunmehr klar unterschieden von (dem der) Verirrung."
— Quran 2:256 (Bubenheim & Elyas)1
"Und wenn dein Herr wollte, würden fürwahr alle auf der Erde zusammen gläubig werden. Willst du etwa die Menschen dazu zwingen, gläubig zu werden?"
— Quran 10:99 (Bubenheim & Elyas)2
Im Einklang damit lebten eroberte Juden und Christen im Allgemeinen als geschützte Gemeinschaften, die ihren eigenen Glauben, ihr Recht und ihren Gottesdienst unter muslimischer Herrschaft behielten — weshalb alte christliche und jüdische Gemeinschaften jahrhundertelang in der gesamten muslimischen Welt überlebten.354
Wo Muslime tatsächlich leben, erzählt die Geschichte
Hätte sich der Islam nur durch Eroberung verbreitet, wären die muslimischsten Orte der Erde die Länder, die die frühen arabischen Armeen überrannten. Das sind sie nicht. Heute liegen die größten muslimischen Bevölkerungen in Indonesien, Pakistan, Indien und Bangladesch — und Indonesien, die bevölkerungsreichste muslimische Nation überhaupt, wurde nie von jenen Armeen erobert. Der Islam erreichte die Welt des Indischen Ozeans hauptsächlich durch Kaufleute, Prediger und Lehrer, und Konversion in der muslimischen Welt war typischerweise ein allmählicher Prozess über Jahrhunderte.756
Zur umfassenderen Geschichte, wie sich der Islam ausbreitete, siehe Eine kurze Geschichte des Islam und Die rechtgeleiteten Kalifen.
Kurz gesagt
Islamische Reiche wuchsen teilweise durch Eroberung, wie jedes Reich jener Zeit — aber der Glaube wurde nicht mit dem Schwert auferlegt. Der Quran verbietet es, eroberte Völker behielten ihre Religionen, und die meisten Muslime heute stammen von Menschen ab, die den Islam freiwillig annahmen, durch Kontakt und Überzeugung statt Zwang. Siehe auch Fördert der Islam den Terrorismus?.