Über diesen Artikel. Das Leben von Frauen in der muslimischen Welt wird gemeinsam von Religion, Kultur, Geschichte und Recht geprägt. Dieser Artikel konzentriert sich darauf, was die Hauptquellen des Islam — der Quran und die authentische Sunnah — tatsächlich lehren. Es ist wichtig, diese Lehren von kulturellen Praktiken in bestimmten Ländern zu unterscheiden, die stark variieren und sich nicht immer aus dem Islam ableiten; und festzuhalten, dass manche spezifischen Urteile Bereiche legitimer gelehrter Differenzen sind.8910
Gleich vor Gott
In ihrem spirituellen Wert und ihrer Rechenschaftspflicht stellt der Quran Männer und Frauen als gleich dar. Ein Vers listet gläubige Männer und Frauen nebeneinander auf und verspricht beiden denselben Lohn:
"Gewiß, muslimische Männer und muslimische Frauen, gläubige Männer und gläubige Frauen … für (all) sie hat Allah Vergebung und großartigen Lohn bereitet."
— Quran 33:35 (Bubenheim & Elyas)1
Der Quran beschreibt Männer und Frauen zudem als aus einem einzigen Ursprung erschaffen:
"O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, Der euch aus einem einzigen Wesen schuf, und aus ihm schuf Er seine Gattin."
— Quran 4:1 (Bubenheim & Elyas)2
Partner im Glauben und in der Gesellschaft
Statt als Rivalen beschreibt der Quran gläubige Männer und Frauen als Verbündete und Partner, die einander bei guten Taten unterstützen:
"Die gläubigen Männer und Frauen sind einer des anderen Beschützer. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche."
— Quran 9:71 (Bubenheim & Elyas)3
Im Quran bekräftigte Rechte
Zu einer Zeit, als viele Gesellschaften Frauen kaum rechtliche Ansprüche zugestanden, garantierte ihnen der Quran einen ausdrücklichen, nicht verhandelbaren Anteil am Erbe:
"Den Männern steht ein Anteil von dem zu, was die Eltern und nächsten Verwandten hinterlassen, und den Frauen steht ein Anteil von dem zu, was die Eltern und nächsten Verwandten hinterlassen … ein festgesetzter Anteil."
— Quran 4:7 (Bubenheim & Elyas)5
Er gebietet auch, dass Frauen mit Freundlichkeit behandelt werden:
"Und geht in rechtlicher Weise mit ihnen um."
— Quran 4:19 (Bubenheim & Elyas)4
Die Ehrung der Mütter
Der Prophet Muhammad ﷺ gab Müttern einen Platz besonderer Ehre. Als er gefragt wurde, wer am meisten gute Gesellschaft verdiene, antwortete er dreimal „deine Mutter“, bevor er den Vater nannte:
A man asked, "Who is most deserving of my good companionship?" He said, "Your mother," "Your mother," "Your mother," and then "Your father."
— Sahih al-Bukhari 5971 (Englisch)7
Er verband den Glauben eines Mannes auch damit, wie gut er die Frauen seines Haushalts behandelt:
"The most complete of the believers in faith … and the best of you are those who are best to their women."
— Jami` at-Tirmidhi 1162 (Hasan, Englisch)6
Lehre und Kultur
Wo Quran und Sunnah eindeutig sind — spirituelle Gleichheit, das Recht auf Erbe und Eigentum, freundliche Behandlung, die Ehrung der Mütter — handelt es sich um feststehende Lehren. Darüber hinaus sind viele spezifische Fragen Gegenstand fortlaufender gelehrter Auslegung, und die Gebräuche bestimmter Gesellschaften sollten nicht mit der Religion selbst verwechselt werden.8910
Kurz gesagt
Die Quellen des Islam bekräftigen, dass Frauen und Männer gleich vor Gott sind, Partner im Glauben und Träger echter Rechte — einschließlich Erbe und Eigentum —, wobei Mütter für besondere Ehre hervorgehoben werden. Diese Lehren fair zu lesen bedeutet, sie von den vielfältigen kulturellen Praktiken in der muslimischen Welt zu trennen.