Im Islam ist Adam der erste Mensch und der erste der Propheten — der Vater der gesamten Menschheit.567

Erschaffen und eingesetzt von Gott

Der Quran beschreibt, wie Gott den Engeln die Erschaffung der Menschheit als khalifah (einen Sachwalter oder Statthalter) auf der Erde ankündigt:

"Und als dein Herr zu den Engeln sagte: „Ich bin dabei, auf der Erde einen Statthalter einzusetzen.“

— Quran 2:30 (Bubenheim & Elyas)1

Gott formte Adam und hauchte ihm von Seinem Geist ein, dann befahl Er den Engeln, ihn zu ehren:

"Wenn Ich es zurechtgeformt und ihm von Meinem Geist eingehaucht habe, dann fallt und werft euch vor ihm nieder."

— Quran 15:29 (Bubenheim & Elyas)2

Der Garten und die Prüfung

Adam und seine Gattin wurden in den Garten gebracht und ihnen wurde gesagt, sie könnten ihn frei genießen, außer von einem Baum:

"Und (du,) o Adam, bewohne du und deine Gattin den (Paradies)garten, und dann eßt, wo immer ihr wollt. Aber naht euch nicht diesem Baum, sonst gehört ihr zu den Ungerechten!"

— Quran 7:19 (Bubenheim & Elyas)3

Vom Satan verführt, aßen sie davon — und wurden daraufhin herabgesandt, um auf der Erde zu leben.

Reue und Vergebung

Ein besonderes Merkmal der islamischen Darstellung ist, was danach geschah: Adam bereute und wurde vergeben. Im Islam gibt es keinen Begriff einer vererbten „Erbsünde“; jeder Mensch wird rein geboren und ist nur für seine eigenen Taten verantwortlich.567

"Da empfing Adam von seinem Herrn Worte, und darauf nahm Er seine Reue an. Er ist ja der Reue-Annehmende und Barmherzige."

— Quran 2:37 (Bubenheim & Elyas)4

Kurz gesagt

Adam wird im Islam als erster Mensch und erster Prophet geehrt — von Gott erschaffen und gelehrt, über die Engel geehrt, geprüft und dann vergeben. Seine Geschichte legt zentrale islamische Themen dar: menschliche Würde, Verantwortlichkeit und Gottes Bereitschaft, jenen zu vergeben, die zu Ihm zurückkehren.